"Bienenfreundlichkeit" vor dem Aus?

Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) wurde novelliert und tritt am 27.09.2026 in Kraft: Was hat die Baumschulbranche damit zu tun?



Für die Baumschulbranche bringt die aktuelle Reform des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) – (konkret: Gesetz zur Änderung des UWG zur Umsetzung der EU-„EmpCo“-Richtlinie) – drastische Verschärfungen bei der Werbung mit Umweltaussagen mit sich. Pauschale Aussagen zu „grünen Benefits“ oder (unbewiesene) Öko-Versprechen sind damit künftig abmahngefährdet.


Neu im novellierten UWG ist, dass nun auch die Baumschulbranche einbezogen wird, wenn es um pauschale Aussagen zu „grünen Benefits“, zu pauschalen ökologischen Versprechen bzw. pauschalen Umweltaussagen zu einzelnen Pflanzen geht. Die Rechtsprechung des BGH betont (Urteil vom 27.06.2024 – I ZR 98/23, GRUR 2024, 1122 Rn 22 f. – zur Zulässigkeit der Werbung mit dem Begriff klimaneutral), dass aus einem gesteigerten Umweltbewusstsein der Verbraucher solche Produkte bei einer Kaufentscheidung bevorzugt werden, bei denen auf eine besonders vorteilhafte ökologische Wirkung oder Eigenschaft hingewiesen wird. Diese emotionalisierende Wirkung von „grünen“ Werbeaussagen rechtfertige besonders hohe Anforderungen an Transparenz und Belegbarkeit.

 

Unser Branchenverband, der Bund deutscher Baumschulen (BdB) beschreibt es so: 

Die neue Rechtslage fußt auf einem klaren gesetzgeberischen Bekenntnis: Wer mit Umwelteigenschaften seiner Produkte wirbst, muss diese Eigenschaften nachweisen können“. (aus: BdB Newsletter 13/2026)

 

Zu branchentypischen Schlagworten, die unter die Unzulässigkeit pauschaler „Öko“-Aussagen fallen könnten, zählen z.B. 


-      umweltfreundlich

-      ökologisch wertvoll

-      bienenfreundlich

-      insektenfreundlich

-      klimaresistent

-      trockenheitsverträglich

-      nässeverträglich

-      trockenstresstolerant

-      stadtklimaverträglich

-      Klimabaum

-      Zukunftsbaum

 

Verdacht: Greenwashing!

Die Idee des Verbraucherschutzes und die Ausweitung der Gesetzesregelungen im UWG auf den Bereich der Pflanzenvermarktung wird sein, auch Pflanzeneigenschaften einer objektivierbaren, quantifizierbaren Überprüfung von zugeschriebenen und womöglich werbewirksamen Aussagen zu unterziehen. 

Dazu allerdings bedarf es zunächst überhaupt erst (noch zu bestimmender) Kriterien und Grenzwerte, anhand derer Pflanzen in Positiv-Listen einsortiert werden könnten. Ab wann ist denn ein Baum trockenstresstolerant? Ab wann gilt ein Gehölz als insektenfreundlich?

Wenn also einer Pflanze das Label „insektenfreundlich“ zugeschrieben wird (werblich auf einem Etikett, in einer Auswahlliste, in einer Sortimentsbeschreibung, in einem Pflanzensteckbrief), dann ist diese Aussage zur Umweltleistung solange unzulässig und abmahnfähig im Sinne des novellierten UWG, bis es diese rechtssichere Positivliste gibt. 

Bisher war eine Kernkompetenz der produzierenden grünen Branche – dazu zählen Baumschulen, Staudengärtnereien und Gartencenter – Expertise und Beratungsfunktion in Sachen Pflanzenverwendung. 


Bisher galt im Grunde genommen aber auch: Pauschale Aussagen lassen sich nicht ohne weiteres auf individuelle Pflanzaufgaben übertragen


Bei einer Pflanzenauswahl sind immer die jeweiligen, oft sehr individuellen Standortbedingungen und vielfältigen ökologischen Wechselwirkungen zu berücksichtigen. Der inflationäre Gebrauch des Attributes „bienenfreundlich“ war in der jüngeren Vergangenheit vielleicht auch nicht gerade Ausweis besonderer Expertise und Beratungsfunktion der Branche.


Möchten wir Produzenten künftig mit derartigen Umweltaussagen einem Produkt werben, wird entweder eine unabhängige externe Zertifizierung (wer macht sowas rechtssicher?) oder eine amtliche Positivliste (wer erstellt diese rechtssicher?) die jeweilige Umweltaussage belegen müssen.

So hat beispielsweise das Bundeslandwirtschaftsministerium, das in der Vergangenheit schon selbst als Herausgeberin von mäßig fachkundig erscheinenden Ökoleistungs-Pflanzenlisten aufgetreten ist, das Julius-Kühn-Institut mit der Erstellung einer Liste zu den pflanzenbezogenen Eigenschaften „insektenfreundlich“ und „bienenfreundlich“ beauftragt. Ob diese Liste jemals im Sinne der EmpCo-RL im Rahmen des UWG rechtssicher anerkannt wird, weiß keine Biene. 

 

Pauschal – Spezifisch

Pflanzen entziehen sich in der Regel typischen strengen Referenzstandards, weil ökologische Wechselwirkungen von den individuellen Standortbedingungen abhängen. Spezifische Aussagen könnten von Pflanzenverwendern wie Landschaftsarchitekten oder Fachleuten des Garten- und Landschaftsbau getätigt werden, die im Zuge ihrer Ausbildung und Erfahrung die fachliche Kompetenz haben (sollten) und den geplanten Pflanzstandort bewerten können.


Ein Baumschulbetrieb wie wir es sind kann auf die verschärfte Gesetzeslage derzeit nur so reagieren: 

Wir werden auf jegliche schriftliche oder visuelle Kommunikation verzichten, die eine positiven Umweltleistung von Pflanzen impliziert, bis rechts- und abmahnsichere Regelungen bestehen. 


Dabei dürfen Pflanzenverwender schon sehr gespannt sein, wie und von welcher Kapazität evidente natürlich-biologische Eigenschaften künftig in „künstliche“ Zertifizierungen und Grenzwerte gepresst werden. 




Veröffentlicht in Pflanzen, Klima, Politik am 14.07.2026 12:00 Uhr.

Bevor gepflanzt wird: Tipps für Nachbarn

Nachbarrecht und Abstandsregelungen für Anpflanzungen kennen und anwenden



Erst informieren, dann einpflanzen: Wer Gehölze in die Nähe der Grundstücksgrenze pflanzen möchte – beispielsweise als Sichtschutz zum Nachbarn oder zur Straße, kommt um das Thema Pflanzabstand zur Grenze nicht herum. Oder riskiert nachbarschaftlichen Streit. Abstandsregelungen für Pflanzungen sind dabei in den einzelnen Bundesländern teils sehr unterschiedlich in den jeweiligen Nachbarrechtsgesetzen geregelt. Das Grundprinzip aller dieser Regelungen ist jedoch gleich: Je höher die Pflanze, desto größer der Abstand zur Grundstücksgrenze.


Diese Regelungen haben zum Ziel, Nachbarn vor Beeinträchtigungen durch Bäume und Sträucher zu schützen, sei es vor Laub- und Fruchtfall, vor Schäden durch eindringendes Wurzelwerk oder die Verschattung von Gartenbereichen oder Wohnräumen.


Abstandsregelungen können so sowohl den vorgesehenen Pflanzplatz wie auch die Pflanzenauswahl selbst beeinflussen– vor allem bei beengten Gartensituationen und kleinen Grundstücksflächen. 


Informieren Sie sich daher schon bei der Planung einer Bepflanzung, für die Mindestabstände gelten könnten. Dazu möchten wir einen ersten Überblick geben und haben uns daher mit dem Thema Abstandsregelungen und Nachbarschaftsrecht näher beschäftigt. 

Die rechtliche Seite fassen wir ohne Gewähr zusammen und ergänzen diese um gärtnerische Aspekte – für eine dauerhafte und unstrittige Pflanzung. 


Apropros Streit: Viel Erfolg verspricht erfahrungsgemäß ein klärendes Gespräch zwischen Nachbarn. Oftmals sind die Wünsche z.B. zu pflanzlichem Sichtschutz sogar deckungsgleich, so dass – sehr platzsparend –eine Heckenpflanzung auf der gemeinsamen Grundstücksgrenze infrage kommt, die auch nur halbe Arbeit bei Heckenschnitt bedeutet…


Veröffentlicht in Baumschule am 04.06.2026 9:59 Uhr.

Auf der Suche nach dem Tomoffel-Baum: Wenn Sie bei uns einen Baum aussuchen möchten

Das Gehölzsortiment ist groß und vor allem für Privatkundschaft unübersichtlich. Da fällt die Auswahl nicht leicht – vor allem dann nicht, wenn Kunden im Baumschulquartier stehen und dann ‚Ihren‘ Baum vor lauter Bäumen nicht sehen. Wir geben Tipps für eine Vorbereitung, damit der Besuch bei uns ein Erfolg wird.

16:00 Uhr, Feierabend in der Baumschule an einem Sonnabend in der Frühjahrsversandsaison vor vielen Jahren. Es klingelt an der Bürotür: Privatkundschaft steht vor der Tür, ein Ehepaar, geschätzt Mitte 40. Ein Landschaftsbauunternehmen hatte die beiden zu uns geschickt. 


Wir wissen von nix.


Haben Sie schon einmal von der Tomoffel gehört? Das könnte fast das pflanzliche Pendant zur eierlegenden Wollmilchsau sein. Als Tomoffel wird die "Tomatenkartoffel" bezeichnet, an der im Sommer oberirdisch Kirschtomaten und im Herbst unter der Erde Kartoffeln geerntet werden können. Glauben Sie nicht? Es handelt sich tatsächlich um veredelte Pflanzen dieser Nachschattengewächse. 


Bei Obstgehölzen werden schon lange sogenannte Familien- oder Mehrfruchtbäume kultiviert, bei denen verschiedene Augen von Edelsorten in den Stamm okuliert werden, so dass drei bis fünf unterschiedliche Sorten einer Obstart von einem einzigen Baum geerntet werden können. 


Was das mit der Suche nach einem Baum zu tun hat? Geduld bitte (in jeder Hinsicht).

 

Das Privatkundengeschäft ist nicht unser Hauptabsatzgeschäft. Eine Baumschule ist nicht unbedingt eine Gartenbaumschule (Baumschule Bradfisch ist keine Gartenbaumschule) und kein Gartencenter, in dem sich an Regalen vorbei und um Tische herum umherstreifen ließe. Auch bunte Etiketten mit Pflanzensteckbriefen und Preisschild an der Pflanze gibt es bei uns nicht.

 

Bei uns stehen dafür echte Bäume dort, wo diese kultiviert werden: Im Freiland (Bäume mit Ballen) und in den Stellagen unserer Containerbaumquartiere (Bäume im Pflanzsack). Anders als in vielen Garten-centern und Garten-Baumschulen mit überwiegend Miniatur-Bäumen, Halb- und Dreiviertelstämmchen im Gerade-noch-Kofferraumformat bedeutet Baum bei uns i.d.R. auch hoher Stamm (= Hochstamm), an dem in etwa 2,20 bis 2,40 m die Baumkrone beginnt. Die Bäume haben bei uns eine Größe, wie sie üblicherweise entlang von Straßen und in Parkanlagen gepflanzt werden. 

Wenn es um die Größe eines Baumes geht, sprechen wir von Qualitätund unterscheiden hier nach Dicke des Stamms, gemessen und eingeteilt nach Stammumfang.


Der Vorteil für Privatkundschaft wenn sie sich für den Besuch einer Baumschule wie bei uns entscheiden:

Das Baum-Sortiment ist – wiederum anders typischerweise im Gartencenter – ausgesprochen breit. Nicht die volle Katalogbreite (das bietet wohl keine Baumschule für sich alleine, dafür handeln Baumschulen untereinander), aber mit typischen Straßen- und Hofbaumarten in zahlreichen Wuchsgrößen in großer Arten- und Sortenbreite sowie Obstbäumen. 


Und apropros Kofferraumformat: Hochstämme passen nicht in Pkw-Kofferräume, nicht in Cabrios trotz geöffnetem Dach und auch nicht auf einachsige Pkw-Anhänger. Pferdeanhänger sind ein Notbehelf – aber überlassen Sie den Transport im Zweifel lieber uns oder lassen Sie Ihre Bäume von dem Garten- und Landschaftsbaubetrieb abholen, der Ihnen die Bäume auch fachgerecht einpflanzt und verankert. 

 

Und Kunden, die sich im Vorwege Gedanken gemacht haben, welche Pflanzen sie für ihren Garten benötigen, schicken wir selbstverständlich nicht weg, auch wenn sie ihren Besuch wie die Eheleute, die gerade am Büro geklingelt haben, nicht vorher mit uns absprechen (wovon wir abraten: rufen Sie uns vorher an unter Tel. 04101 79550, dann haben wir Zeit für Sie und können Sie in die weitläufigen Baumschul-quartiere begleiten).


Als Pflanzenverwender bitte ich immer darum, dass Eheleute gemeinsam beim Planungsgespräch dabei sind. Ich möchte in Sachen Uneinigkeit später auf keinen Fall zum gartenplanenden Paartherapeuten werden. Und ich hoffe natürlich immer darauf, dass sich Paare im Vorweg gemeinsam Gedanken gemacht haben, welche Richtung (zumindest ganz grob) eingeschlagen werden soll (und die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest einem Ehepartner meine Ideen gefallen, ist auch höher...). 

 

Für die Vorbereitung eines Baumschulbesuchs könnte das bedeuten, dass Sie bei einem Spaziergang in der Nachbarschaft in Frage kommende Pflanzen als eine Vorauswahl fotografieren. Wenn Sie die Pflanzen nicht kennen und nicht benennen können macht das gar nichts. Das übernehmen wir als Fachleute für Sie. Oder Sie stöbern durch unsere Verwendungsvorschläge wie zu den (Kugel-) Kleinbäumen oder den 4-Jahreszeiten-Gehölzen.

 

Besagtes Ehepaar, das wir nun zu Feierabend ins Büro bitten, hatte sich weder abgesprochen noch vorbereitet - und das in so ziemlich jeder Hinsicht (nicht):


„Wir suchen einen Baum für unseren Garten!“

 Was soll es denn für ein Baum sein?

Sie: „Immergrün soll er sein.“

Er: „So kugelig, das haben wir woanders schon mal gesehen.“

Sie: „Mit so schmalen Blättern.“


Meinen die beiden vielleicht eine Kugel-Robinie oder einen Kugel-Ahorn? Das sind die meistverkauften Kleinbäume mit kugelförmiger Krone. Allerdings sind diese beiden Gehölze nicht immergrün.


Er: „Nein, meine Frau möchte doch lieber etwas Immergrünes. Ich habe eigentlich auch nichts gegen etwas Laubabwerfendes.“

Sie: „Aber nein, wir haben hinten im Garten schon so einen normalen Ahorn, der macht jedes Jahr im Herbst sieben Säcke Laub voll, das ist uns schon zu viel.“

Er: „Der Baum soll ja auch nicht so groß werden.“

Sie: „Na doch, der kann das Haus schon gerne ein bisschen verdecken.“


Der Seniorchef ist zwischenzeitlich kurz verschwunden und kommt mit einem dicken, reich bebilderten Gehölzbuch zurück: 

Vielleicht ein Schnurbaum? Den gibt es auch in kugelig, ist aber auch laubabwerfend.

 

Sie: „Nein, der soll schon immergrün sein. Thuja kugelförmig geschnitten, die gibt es doch auch auf Stamm.“

Er: „Nein nein, um Himmels Willen, das erinnert mich zu sehr an Friedhof. Es sollen vier Kugelbäume sein, für eine kleine Allee für unsere Auffahrt.“

Sie: „Wir möchten auch gerne noch eine Eibenhecke kaufen, gibt es die auch in schön dunkelgrün und ohne Beeren weil wir Kinder haben?“ 

 

Wir haben auch eine Eibenhecke und gleichzeitig zwei Kinder, die damals drei und sieben Jahre alt waren. Das Fruchtfleisch der Früchte ist der einzige ungiftige Teil der Pflanzen. Unsere Kinder jedenfalls futtern sich so oder so nicht durch den Garten, dafür sind sie viel zu krüsch. Die Mutter als Eibe-kein-Problem-Testimonial, das überzeugt: Die Eibenhecke ist damit beschlossen!

 

Sie haben Kinder oder Enkelkinder und wollen Ihren Garten neu bepflanzen oder haben als Aufgabe die Pflanzenauswahl für die Bepflanzung einer Kita oder Schule? Dann empfehlen wir Ihnen einen Blick in unseren Beitrag zur Pflanzenverwendung von kinderfreundlichen und -sicheren Pflanzen



Zurück zu den Kugelbäumen


Er: „Was kostet das denn überhaupt?“

Das richtet sich in der Baumschule nach Stammumfang.

Er: „Wie ist das überhaupt mit dem Stamm, wird der auch immer dicker? Ich habe schon Kugelbäume mit ganz dicken Stämmen gesehen, das mögen wir gar nicht leiden.“

Sie: „Wie ist das mit der Höhe? Die Kugel obendrauf, wächst die noch weiter mit nach oben, wenn der Baum wächst?“


Nein, die Krone wird auf den Stamm veredelt, die Stammhöhe bleibt immer gleich. Nur der Durchmesser der Krone selbst wächst.

 

Der Seniorchef blättert noch einmal in dem dicken Gehölzbuch.


Sie: „Also, Katalog oder Internet, das hilft mir da gar nicht weiter. Ich muss das in Natura sehen, ich muss das anfassen.“


Nun fällt der Blick durchs Fenster auf den zu der Zeit gut gefüllten Versandhof. Dort steht ein Posten bildschöner Ilex ‘Nellie Stevens‘-Hochstämme. Könnte man ja mal beispielhaft jetzt so in Natura sehen und anfassen


Das Ehepaar ist mit einer so spontanen Entscheidung jedoch nun offenkundig überfordert und so endet deren samstäglicher Ausflug in die Baumschulwelt in Sachen Baum für beide Seiten leider ergebnislos.


Sie wissen jetzt, dass sich ein wenig Vorbereitung bei der Auswahl des Wunschbaumes sinnvoll ist. Dann freuen uns, Sie in durch unsere Baumschule zu führen, um dann gemeinsam Ihren persönlichen Tomoffel-Baum zu finden!




Veröffentlicht in Pflanzen, Planung, Pflanzenverwendung am 25.04.2026 13:00 Uhr.

Das Grüne nach oben: Baumpflanzanleitungen

Wussten Sie, dass sich die Art, wie Sie als Kunde und wir als Baumschule einen Baum pflanzen, schon deutlich unterscheidet? 

Unsere wurzelnackt gepflanzten Jungbäume sind mit einem Stammumfang von 10/12 cm deutlich kleiner als die von uns fertig kultivierten Hochstämme mit Stammumfängen zwischen 16/18 und 20/25 und einer Drahtballierung bzw. einem festen Wurzelballen im Pflanzsack.


„Das Grüne nach oben“

(Alte Baumschulweisheit)



Ins Freiland pflanzen wir die Jungbäume mit unserer Pflanzmaschine: Diese zieht eine Pflanzfurche, in die in regelmäßige Abstände die Jungbäume gestellt werden und drückt anschließend die Furche wieder zu. Im Nachgang werden die Bäume manuell lotrecht ausgerichtet, Oberboden wo nötig ergänzt und das Wurzelwerk angetreten. Schließlich werden bei verbissempfindlichen Arten Verbissschutzmanschetten ergänzt. Eine voll schlagkräftiges Baumpflanzteam besteht dann aus 6 Personen.



Baumpflanzung im Freiland: Die gepflanzten Jungbäume bestehen im Grunde genommen aus ein wenig Wurzelwerk, langem geradem Stamm und einigen Knospen, aus sich denen die Baumkrone entwickeln soll. Gepflanzt wird hybrid mit Pflanzmaschine und Hand-/ Fußarbeit  



Die Jungbäume haben zunächst im Grunde genommen noch gar keine Krone und bieten dem Wind entsprechend nur wenig Angriffsfläche. Die Bäume werden daher auch nicht extra an Baumpfählen befestigt. Vor allem nach Stürmen und gleichzeitig belaubten Kronen bedeutet dies leider auch, dass schief gewehte Bäume nachgerichtet werden müssen.





Containerbaumquartier mit frisch getopften (oder besser: eingesackten) Jungbäumen



Für die Containerkultur werden die Jungbäume mit dem Wurzelwerk in die Pflanzsäcke gestellt und auf einer Rüttelplatte in Pflanzsubstrat eingetopft. Die fertig getopften Bäume werden in die Baumquartiere transportiert, aufgestellt und an die automatische Tropfberegnung angeschlossen. Da diese Bäume sich natürlich nicht über ihr Wurzelwerk im Boden verankern können, werden Containerbäume an stabile Stellagen angebunden.

 

Und wenn Sie einen Baum in Ihren Garten pflanzen wollen? Dann gibt es als fachliche Grundlage für den Garten- und Landschaftsbau die FLL-Empfehlungen für Baumpflanzungen (Teil 1 und 2), in denen Planung, Pflanzung und Pflege (Teil 1) sowie Standortvorbereitungen für Neupflanzungen, Bauweisen und Substrate (Teil 2) behandelt werden. 


So ausführlich soll es gar nicht sein?


Dann legen wir Ihnen einen Blick in unsere nagelneuen Baumpflanzanleitungen nahe – nein, nicht unsere Pflanzweise: Sie benötigen einen Spaten, keine Pflanzmaschine.

Diese haben wir sowohl für Bäume aus dem Freiland (Bäume mit Ballen) wie auch für Containerbäume erstellt:



https://bradfisch.de/media/Pflanzanleitung-Freilandbaum-26-03.pdf





https://bradfisch.de/media/Pflanzanleitung-Containerbaum-26-03.pdf





Ergänzend werden die Anleitungen durch eine Handreichung zum Thema Pflanzschnitt bei Hochstämmen, wobei diese sich als Überblick für einen fachgerechten Pflanzschnitt gedacht ist und gärtnerische Erfahrungen hier unbedingt von Vorteil ist. 


Sind Sie sich unsicher? Fragen Sie nach bei uns, oder beauftragen Sie (vor allem bei umfangreicheren Baumpflanzungen und deren erforderlichen Verankerungen) einen Fachbetrieb des Garten- und Landschaftsbaus.


Wir wünschen viel Erfolg bei der Baumpflanzung und vor allem: Gutes Anwachstum!







Veröffentlicht in Baumschule am 15.03.2026 18:00 Uhr.

Gras oder grässlich?

Wieviel Struktur bleibt eigentlich nach einem 'echten' Winter mit Schneelast und Winternässe von Gräsern im Garten übrig? Wir haben uns in Norddeutschlands Gärten umgesehen.

Januar und Februar 2026 – das waren seit vielen Jahren einmal keine November 2.0 und 3.0 sondern Wintermonate im klassischen Sinne: Mit geschlossener Schneedecke und lange anhaltendem, teils sogar strengem Frost. Jetzt, wo Schnee und Eis im Tiefland teils mehrfach getaut sind bzw. auch zwischendurch wahlweise weggeregnet wurden, ist allerdings abseits der Blumengeschäfte noch immer kein Frühlingserwachen in Sicht.




Straff oder schlaff? Strukturbildende Gräser 

vertragen Schneelast und Winternässe nicht gleichermaßen gut und quittieren Schneelast unterschiedlich (Bild links: Strukturstark auch nach mehreren Schnee-Tau-Perioden: Chinaschilfe (Miscanthus) sowie im Hintergrund Schilfgras (Phragmites); Bild rechts: Gräsermikado bei einer flächigen Pflanzung von Calamagrostis x acutiflora 'Karl Foerster')



Und was da als Garten jetzt wieder zum Vorschein kommt, das ist in den meisten Fällen nicht besonders ansehnlich. 


Richtig, das winterliche Gartenbild hat eine einzigartige Bildwirkung:

In den allermeisten Fällen ist diese Wirkung aber ganz anders als in auch ohne Schneelandschaft schönen winterlichen Farbpaletten wie sie zum Beispiel in dem tollen Winter-Schokoladenseiten-Bildband ‚Gärten im Winter‘ von Céderic Pollet (Ulmer Verlag) oder auch in unserem Beitrag auf der Webseite zur Pflanzenverwendung ‚Winter im Garten? Nicht nur düster und kahl!‘ beschrieben und angepriesen wird.






Klassiker und Preziosen im winterlichen Garten (von oben rechts im Uhrzeigersinn): Cornus alba 'Sibirica' (Rotrindiger Hartriegel), Hamamelis x intermedia 'Diane' (Zaubernuss), Betula jacqueontii (Himalaja-Birke), Cotoneaster-dammeri-Sorte (Zwerg-Kriechmispel) und das langhaftende, kupferfarben verfärbte Laub der Rot-Buchen (Fagus sylvatica) - fehlt nur noch ein Schuss Immergrün in Form von Taxus (Eibe) oder meinetwegen auch Rhododendron ... und wo bleiben die Gräser?



Nicht in jedem Garten leuchtet eine weißrindige Betula utilis ‚Doorenbos‘ oder Betula jacquemontii (s.o., wenn nicht, bitte gleich auf To-Do-Liste ergänzen: Im Frühjahr Betula utilis ‚Doorenbos‘ oder Betula jacquemontii pflanzen!). Trost und Struktur spenden meist Immergrüne und das hoffentlich langhaftende kupferfarbenen Herbstlaub der Rot-Buchenhecken (Fagus sylvatica).


Auch die vielgepriesenen Fruchtstände und Stängel der (vorbildlich!) nicht im Herbst zurückgeschnittenen Stauden sind nach dem Schneeüberzug vielfach zu einem verrottendem Mulchhaufen zusammengesunken.




Präriepflanzung nach dem Abtauen: 

Nur die Stängel einiger Asteraceae 

(hier: Rudbeckien und Sonnenhut) 

stehen noch aufrecht 



Doch wie sieht es mit Gräsern aus? Können nicht diese unsere Pflanzungen im Sommer und Herbst um Schwingung, Transparenz und Struktur bereichernde Gestalten auch jetzt im späten Winter optisch und strukturell etwas ‚reißen‘?




Das Japanische Blutgras (Imperata cylindrica ‘Red Baron‘) besticht noch im späten Herbst mit bereiften Blättern und hat die in Norddeutschland letzten milden Wintern überlebt. Ob da aus dem Mulchhaufen (Bild rechts) in diesem Frühjahr irgendetwas austreiben wird? 



Ein Blick in den eigenen Garten und in die Gärten in der Nachbarschaft zeigt: Kommt darauf an! Während ‚nur‘ Raureif für zauberhafte Gartenbilder mit allen Gräsern sorgt, sind bei weitem nicht alle Gräser bei Schneelast oder ausgeprägter Winternässe ausreichend standfest.

 

Bei Überlegungen zur Gräserverwendung kann jedoch nicht nur die Frage „sieht im Winter gut aus/ nicht gut aus“ eine Rolle spielen. Für die Auswahl eines bestimmten Grases können mit Blick auf die Standfestigkeit auch funktionale Gründe bedenkenswert sein.




Bambushalme sind unerhört biegsam. Bei Schneelast lagern die Halme insbesondere der hohen Sorten, einzelne Halme können jedoch auch brechen. Hier werden Bambus im Botanischen Garten Hamburg nach Schneelast ausgeputzt und abgeknickte Halme abgeschnitten. Bild oben rechts: Die niedrigeren Fargesia-Sorten können mit Blick auf Standfestigkeit bei Schneelast und das leidige Thema der Wurzelsperre gegenüber Phyllostachys-Sorten die bessere Wahl sein




So lagern beispielsweise  höhere Bambus-Arten und -Sorten (z.B. Phyllostachys-Sorten) bei Schneelast gnadenlos. Nach Entlastung stehen die sehr elastischen Halme zwar überwiegend wieder straff aufrecht – aber eben nur überwiegend.


Nach eigener Beobachtung knicken einzelne Halme tatsächlich ab oder bleiben auf Halbmast. Diese Halme sollten dann sinnvollerweise abgeschnitten werden. Das Lagerungsproblem bei Schneelast ist vor allem bei größeren Bambushorsten oder Bambushecken nicht zu unterschätzen: Die Inanspruchnahme einer erstaunlich großen Fläche durch die langen niedergedrückten Halme kann Wege versperren oder dazu führen, dass sich Halme (was erlauben Bambus!) auf Nachbargrundstücke niederlegen. 


Da hilft dann nur das regelmäßige Abschütteln der Schneelast – bzw. bereits bei der Pflanzenauswahl die Wahl standfesterer, niedrigeren Arten wie Fargesia – die als horstbildende Arten sogar eine Rhizomsperre enbehrlich machen.





Höhere Gräser in Reihe gepflanzt können als halbtransparente Hecken Gartenbereiche gliedern oder Terrassenflächen locker abschirmen und abgrenzen. Chinaschilfe sind bei schneereichen Wintern nach den Erfahrungen aus dem Winter 2025/ 2026 die sicherere Wahl gegenüber dem Garten-Reitgras, das zumindest in Teilen nach Schneelast auf dem Boden liegen bleibt



Ein weiteres Beispiel für Fragestellungen nach der Funktionalität einer Gräserpflanzung bei der Pflanzenauswahl ist das viel verwendete Garten-Reitgras (Calamagrostis x acutiflora ‘Karl Foerster‘) und weitere Calamagrostis-Sorten.


Das Gras zeichnet sich durch seine bis in den Herbst/ Winter straff aufrecht stehende und bei ausreichend sonnigem Standort für gewöhnlich standfeste Halme aus. Kunststück, dass dieses strukturstarke Gras so gerne verwendet wird, das als Kaltsaisongras auch noch mit frühem Austrieb punktet. Als halbtransparente Gräserhecke geplant und gepflanzt, kann die erhoffte Trenn- und Gliederungsfunktion nach Schneelast nach Beobachtungen in diesem Jahr jedoch durch überwiegend umgeknickte Halme verloren gehen.


Im Bildbeispiel oben wurden Calamagrostis großflächig als Gräserhecke auf einen Erdwall gepflanzt, um den Einblick in die dahinterliegenden Gärten und Wohnzimmer zu verringern: Diese Funktion kann nun nach Schneefall für den Rest des Winters nicht mehr erfüllt werden. 


Kommt es auf die Abschirmfunktion hauptsächlich während der Garten- bzw. Terrassensaison an, dürfte dies jedoch verschmerzbar sein. Wenn nicht, kann der Griff zu einer nicht zum Abknicken neigenden Chinaschilf-Sorte die bessere Wahl sein – mit dem Nachteil des späteren Neuaustriebs im Frühjahr.





Bild links: Winterschutz der Horste von Cortaderia selloana mit Reisig im Botanischen Garten Hamburg, Bild rechts: Zusammengebundenes Chinaschilf oder doch ein Langhaarmonster im Regen?



Ein Behelf gegen auseinanderfallende Pflanzen ist das Auf- bzw. Zusammenbinden der Halme. Ob derartige Gestalten das winterliche Gartenbild wirklich bereichern oder eher der Eindruck von in-den-Regen gekommenen Langhaarmonstern entsteht: Das überlassen wir der Geschmacksache.



Standfest und mit guter Winterstruktur 

- oder nicht?


Vereinfacht aus Beobachtungen und Fotos in der Nachbarschaft aus dem Zeitraum zwischen Ende Januar bis Mitte Februar 2026 und ohne Anspruch auf Vollständigkeit (oder anderslautende Erfahrungen!) sollen Gräser mit Blick auf die Winterstandfestigkeit (Schnee/ Nässe) in drei Gruppen eingeteilt werden:



Gruppe 1: 

Nicht standfeste Gräser nach Winternässe und Schneelast


Gräser aus dieser Gruppe eignen sich nach Schneelast oder Winternässe nicht als winterliche Strukturbildner:





Gruppe 1 mit nicht standfesten Gräsern (von links oben im Uhrzeigersinn): Calamagrostis varia, Hakonechloa macra 'Aureola', Imperata cylindrica 'Red Baron', Molinia arundinacea, Molinia caerulea



-      Calamagrostis varia (Berg-Reit-Gras): Nach Schneefall platt daniederliegend


-      Hakonechloa macra ‘Aureola‘ (Japan-Goldbandgras): Liegt es am Standort? Im Gegensatz zur Art (Gruppe 3) war vom Fotomodell (s.o) nach dem Abtauen der Schneedecke statt Goldband nur noch feuchter Mulch übrig


-      Imperata cylindrica ‘Red Baron‘ (Japanisches Blutgras): Nach Winternässe und Schneelast bleibt nur noch matschiger Mulch


-      Molinia caerulea und Molinia arundinacea und Sorten (Pfeifengräser): Strukturstark und standfest bis in den Herbst, nach Schneelast und bei Nässe leider komplett flachliegend



Gruppe 2: 

Mäßig standfeste Gräser mit eher wenig attraktiver Struktur nach Winternässe und Schneelast


Arten aus dieser Gruppe sind wenig standfest und zeigen nach Schneelast/ Nässe zwar wenig (höhere/ straffe) Struktur, machen aber auch nicht den Eindruck eines nassen ‚Mulchhaufens‘:




Zu Gräsern der Gruppe zwei mit mäßiger Standfestigkeit zählen wir (von oben links im Uhrzeigersinn): Ammophila arenaria, Calamagrostis x acutiflora-Sorten, Cortaderia selloana, Deschampsia cespitosa-Sorten, Leymus arenarius und Panicum virgatum in Sorten



-      Ammophila arenaria (Strandhafer), Strandhaferflächen im sind im Winter niederliegend teils in ungeordneten Grasschopf-Haufen, die bei flächiger Verwendung aber die Fläche gut bedecken


-      Calamagrostis x acutiflora ‘Karl Foerster‘  und weitere Sorten (Reitgräser): Ohne große Schneelast überdauern die straffen Stängel der Reitgräser die Vegetationsruhe bis zum zeitigen Rückschnitt im Frühjahr – mit Schneelast jedoch nicht sicher bzw. teils-teils


-      Calamagrostis brachytricha (Diamantgras): Mehr oder weniger zusammengesunkene Grasschöpfe


-      Cortaderia selloana (Pampasgras): Die großen Grasschöpfe vom hohen Pampasgras sind im Winter strukturstark, benötigen aber ggfs. einen Winterschutz – die charakteristischen wie imposanten Blütenwedel knicken bei stärkerem Schneefall häufig leider ab; dieses Solitärgras gilt bis etwa -10°C als winterhart


-      Deschampsia cespitosa und Sorten (Wald-Schmiele): Die horstartigen, wintergrünen Grasschöpfe wirken im Winter ohne die füllig-fedrig-wolkige Anmutung der sommerlichen Blütenstände in der Pflanzfläche ein wenig verloren und sind kaum strukturbildend


-      Leymus arenarius (Strand-Roggen, Blau-Strandhafer): Das Gras ist eigentlich wintergrün - oder besser gesagt winterblau. Die typische Blaufärbung ist zumindest in diesem schneereichen und frostigen Winter 2025/26 in Norddeutschland weg. Die Fläche bleibt bedeckt, die verbliebenen, unordentlich wirkenden verblassten Laubhaufen fügen dem Gartenbild jedoch nicht wirklich eine wünschenswerte Struktur hinzu – und sollten, obwohl dieses Gras eigentlich nicht zurückgeschnitten werden muss, im Frühjahr entfernt werden, um den frischen Austrieb freizustellen


-      Panicum virgatum in Sorten (Rutenhirse): Hier sind Unterschiede je nach Standort und Sorte zu beobachten: Feinhalmige Sorten mit straffen Stängeln wie ‘Strictum‘ stehen noch aufrecht und gehören in die Gruppe 3 mit guter Winterstruktur, während andere Sorten wie ‘Külsenmoor‘ (oben im Bild untere Reihe links) als Gräserschopf geknickt niederliegend

 


Gruppe 3

Standfeste und mehr oder weniger strukturhaltende Gräser auch nach Winternässe und Schneelast


Die in diese Gruppe einsortierten Arten scheinen nach dem Verschwinden der Schneedecke und/ oder längeren winterlichen Nässeperioden ausreichend standfest zu sein und zeigen eine mindestens akzeptable bis gute winterliche Struktur in Pflanzungen:





Die Gruppe der ausreichend standfesten Gräser als mindestens akzeptable winterliche Strukturbildner in der Pflanzung ist gar nicht so klein (von oben links im Uhrzeigersinn): Panicum in Sorten, Miscanthus sinensis in Sorten, Cortaderia selloana (niedrige Sorten), Hakonachloa macra, Carex pendula, Carex morrowii C. foliosissima in Sorten, Luzula sylvatica, Sesleria autumnalis, Stipa gigantea, Stipa tenuissima (letzte beide Bilder)



-      Carex foliosissima u. Sorten (Teppich-Japan-Segge): Immergrün, wertvoller Bodendecker im winterlichen Garten


-      Carex morrowii u. Sorten (Japan-Segge): Immergrün, wertvoller Bodendecker im winterlichen Garten


-      Carex pendula (Riesen-Segge): Immergrüne Schöpfe


-      Cortaderia selloana in niedrigen Sorten wie 'Pumila‘ (Pampasgras): Es finden sich Exemplare mit ausgesprochen starkem Winterbild trotz Schnee und Nässe,  jedoch kann für dieses Gras ggfs. Winterschutz erforderlich sein


-      Hakonechloa macra (Japan-Waldgras): Echte Stehauf-Gräser durch ihre drahtartigen Stengel, auf denen die Blätter für eine lange Zeit gold-strohgelbe Blattfärbung zeigen, bevor sie zum Ende des Winters verblassen


-      Miscanthus in Sorten (Chinaschilf): neben niedrigen Pampasgras-Sorten Benchmark für hohe strukturbildende Gräser im Winter, ähnlich gute Winter-Anmutung wie Phragmites-Flächen


-      Luzula sylvatica (Wald-Marbel): Das immergrüne Gras ist als verlässlicher Bodendecker in den Lebensbereichen Gehölz/ Gehölzrand wertvoll im winterlichen Garten


-      Pennisetum in Sorten (Lampenputzergras): Mehr oder weniger ansehnliche Gräserschöpfe, die aber zumindest nicht platt ausgegrätscht auf dem Boden liegen


-      Sesleria autumnalis (Herbst-Kopfgras): Die Blütenstände sind lange weg, aber die wintergrünen Gräserhorste stehen auch nach Schneelast ausgesprochen stabil und noch ansehnlich


-      Stipa gigantea (Riesen-Federgras): Die typischen hoch über der Basis schwebenden Blütenrispen sind natürlich längst zusammengeknickt, der wintergrüne graugrüne Gräserhorst steht aber durchaus strukturstark in der Pflanzfläche


-      Stipa tenuissima, Stipa ‘Pony Tails‘ (Federgras): Federgräser zählen zu den Gräsern, die normalerweise nicht zurückgeschnitten werden. Flächig gepflanzt wirken die Flächen durch einzelne platt gedrückte Pflanzen nach Schneelast zwar etwas durcheinander – insgesamt bietet dieses Gras aber durchaus eine noch akzeptable winterliche Struktur



Aus gärtnerischer Sicht sind natürlich auch die nicht so standfesten Gräser weder Drama noch Problem: Denn je nach Witterung und Lust auf Gartenarbeit werden die allermeisten Gräser ab etwa Mitte Februar bis Anfang März ohnehin zurückgeschnitten - auch, um für die Zwiebelblühern die Bühne zu räumen. 





Funktioniert gut: Narzissen (hier: Top-Sorte 'Ice Follies', Blüte ab etwa Ende März) beleben die Pflanzplätze der bereits zurückgeschnittenen hohen Miscanthus, die mit ihrem Neuaustrieb wiederum die abgeblühten Narzissen kaschieren


Wenn Sie sich jetzt fragen: Welche Zwiebelblüher? - dann kramen Sie noch einmal die Garten-To-Pflanz-Liste hervor, auf der schon die Himalaja-Birke steht. Ihre Baumschule Bradfisch liefert nicht nur die schöne Birke sondern erfüllt Ihnen im nächsten Herbst auch sehr gerne alle Blumenzwiebelwünsche ;-)














Veröffentlicht in Pflanzen, Pflanzenverwendung am 16.02.2026 19:00 Uhr.

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